Die Therme Dobrna ist der älteste slowenische Kurort mit thermalem Wasser mit einer mehr als 600 Jahre alten Tradition. Das freundliche Klima, das kein Nebel oder kalte Winde kennt, hat schon früh die ersten Anwohner angelockt. In der Vorzeit wurde auf dem nahe liegenden Hügel Gradišče eine feste Siedlung errichtet, über die frühe Ansiedlung spricht aber auch die Depofindung von 500 keltischen Münzen.

Die Findungen zeigen, dass Dobrna schon die Römer gut kannten. Wahrscheinlich haben sie schon damals das heiße Wasser hier verwendet. Über das Wasser wussten aber auch schon die ersten slowenischen Einwanderer bescheid, denn sie benannten die obere Siedlung Toplice. Die untere Siedlung Dobrna wurde nach einer Sommer-Eiche (dob) genant, die hier ein sehr lande eigenes Baum ist.

 Die Therme Dobrna und der Thermalbrunnen wurde das erste Mal schriftlich im Jahr 1403 erwähnt. Damals bekamen sie Sigmund und Andrej Dobrnska.

ENTWICKLUNG DES KURORTES

Dominium

Als der erste Besitzer der Thermen und des Dominiums kommt zum ersten Mal im Jahr 1582 Franc pl. Dobrnski vor, der die Thermen zwei seiner Untertanen gelassen hat. Damals waren die Thermen sehr vernachlässigt, im Jahr 1612 gewährte aber die Staatsversammlung eine Geldzuwendung für den Bau. Ein Jahr später kaufte Dobrna Hans Gačnik, der sie später seinem Bruder Matija verkaufte. Mit ihm begann für die Thermen eine neue Periode.

Gačnik

Matija Gačnik baute im Jahr 1624 das erste Kurgebäude und hat zur Erinnerung in die Wand eine Marmortafel eingebaut, die noch heute dort ist. Mit der Familie Gačnik, die später Thermeneigentümer waren, begann für Dobrna eine Periode des Aufschwungs. Die Familie Gačnik hat später für die Erneuerung der Thermen 3200 Gulden gegeben und sie haben sich sehr bemüht, deren Ruhm und Geltung noch zu vergrößern.

Janeza Matija Gačnik wurde vom Kaiser zum Adligen geschlagen und er bekam den Titel “von Schlangenburg”, der auf Schlangen assoziiert. Danach wurde auch die alte Burg in Dobrna “Schlangenburg”, slowenisch “Kačji grad” oder “Kačjek” genannt. Die Familie Gačnik war der Besitzer bis zum Jahr 1729.

Es folgten verschiedene andere Eigentümer, die Thermen waren damals schon sehr bekannt. Im Jahr 1809 wurden hier hunderte Soldaten behandelt, die im französisch– össterreichsichem Krieg verletzt wurden. 1810 und 1811 verweilte hier auch Ludvik Bonaparte, der Bruder von Napoleon I. Dieser hat sich den Thermen so bedankt, dass er im Schwimmbecken den unebenen felsigen Boden glätten lies.

Ivan Graf Hoyos

1848 kaufte die Therme Graf pl. Hoyos, der sie gründlich renovieren lies. Er bauete einen Trakt mit einem wunderschönen Kursaal, eine Kapelle und ein Schwimmbad für Fremde und Arme und andere Gebäuden, gleichzeit regelte er aber auch die Wege und Ruheplätze im Park. In der Nähe des umzaunten Brunnens lies er fünf individuelle Badebecken bauen. Im Jahr 1850 lies er im Kurheim auch die I. Etage bauen, so gab es jetzt anstatt 49 Zimmer 76 Gästezimmer. Er renovierte auch das ehemalige Haus der Familie Novak, das er in ein Gästeheim umwandelte. Aus dem Wirtschaftgebäude machte er das Wiesenhaus.

Hoyos verwaltete die Therme alleine und dabei half ihm seine Frau. Die wichtigste Person war der Arzt Dr. Gustav pl. Kottowitz. Im Jahr 1850 hat der Kurarzt den ersten Fremdenführer über die Thermen ausgegeben. Darin beschrieb er die heilenden Eigenschaften des Thermalwassers, er spricht über Beispiele von außergewöhnlichen Heilungen und über die Vorteile für die Gäste. Dr. Kottowitz baute im Jahr 1855 die heutige Villa Higiea, die damals noch Villa Kottowitz hieß.

Damals war alles vorbereitet für den Empfang von hohen Gästen, unter denen vor allem Adlige, reiche Bürger, Zivilsoldate und Kirchenwürdenträger waren.  1851 hatte der Kurort 463 Gäste. 1852 waren unter den Gästen auch der kroatische Ban Jelačić mit seiner Frau und der Bischof Anton Martin Slomšek.

Baron Hoyos war sehr unternehmerisch, aber auch leichtsinnig, denn er ist in Schulden geraten. So ging sein Vermögen in Konkurs und 1858 kauften die Thermen die steirischen Landesstände. Aber trotz dem Konkurs gilt, dass der wahre Gründer der Therme Dobrna Graf Ivan Hoyos ist.

Kajetan pl. Dienersberg

Für die neue Entwicklung sorgte der Baron Franc Ksaverij Kajetan Dienersberg, der das Grundstück in Jahr 1814 übernahm. Im selben Jahr schrieb er seinem Freund: “Glauben Sie, lieber Freund, ich sah schon viel Welt, aber das ist der Ort, über den ich geträumt habe. Diese himmlisch nützlichen Thermen geben mir Kraft und Ruhe, bleiben Sie gesund. Ich hoffe, dass Sie mich auch besuchen werden.”
Dienersberg riss den alten Trakt von Gačnik ab und baute einen neuen, den er mit zwei Seitenflügeln verbunden hat. Später, im Jahr 1820, errichtete er die Kastanienallee, die den Thermenkomplex mit der Siedlung Dobrna verbunden hat. So haben sie alle Bedingungen errichtet, die für die weitere Entfaltung nötig waren. Darauf brauchte man nicht viel warten, denn die Anzahl der Gäste stieg rapid.

Landeskurort

Die Landeskurortverwaltung setzte die Verwaltung auf den Fundamenten von Graf Hoyosa fort. Die Thermen entfalteten sich noch mehr. Im Jahr 1872 wurde der Schweizerhof, das heutige Hotel Park, gebaut, auf dem Bauernhof von Novak wurde aber das Objekt gebaut, in dem heute die Verwaltung der Therme ist. Es wurden noch weitere Arbeiten ausgeführt: der rechte Trakt des Hauptobjekts, der Restaurant wurde renoviert, neue Garderoben wurden gebaut, zwölf separate Bäder mit Marmorbelag und direkter Verbindung zur Hauptquelle wurden gebaut.

Schon am Anfang der sechziger Jahre wurde die Baracke, die einst ein Krankenhaus für die verletzten Soldaten war, in einen Waschraum (jetzt Kino) geändert und man baute einen neuen Stall mit einer Wohnung für den Gärtner, einem Schank, Tischlerwerk und kleinen Wohnungen.

Um das Jahr 1870 hat man aus dem Tal in die Thermen eine Wasserleitung verlegt. 1899 wurde in der direkten Nähe eine Quelle entdeckt, die Klementinas Quelle benannt wurde.

Die wirksamsten äußerlichen Arbeiten wurden aber 1908 ausgeführt: gebaut wurde eine Glasveranda, der Kurschwimmbad wurde renoviert (zur Erinnerung wurde auch eine Erinnerungstafel angebracht, die wie folgt lautet: “Im Jahr 1908 wurde der Schwimmbad neu gebaut, gäbe Gott, dass es dem Land und den Gästen dienen wird”.
Der Kurort hatte damals großen Ruhm, denn hierher kamen wichtige Leute, unter denen 1907 auch der deutsche Verfasser Karl May, der hier ein ganzes Vermögen lies, war. Es kamen Gäste aus Graz, der Großherzog Rainer war der wichtigste Gast mit dem die Verwaltung damals rühmte (1905).

Während des ersten Weltkrieges war hier auch ein Militärlazarett, 1919 kamen in die Verwaltung Behörden aus Maribor, 1929 unter die Dravska Banschaft. Während der zweiten Weltkrieges wurden die Kurobjekte renoviert und weiter gebaut. Das Leben der damaligen Patienten beschrieb am 1. Juli 1928 ein Slowene, und zwar: “Wir haben hier keine laute Feste, sondern angenehme Freundesbesprechungen in den schönen Lokalen des Kurortes. Die Militärkapelle spielt zweimal täglich, im großen Saal werden Spiele und Konzerte veranstaltet. Wunderbare Spielplätze ermöglichen jegliche Sportart. In der Nähe von Dobrna können auch Jäger und Fischer genießen. Für die Verbindung mit der Außenwelt sorgt der Bus, der Verbindung zu allen anderen Zügen in Celje hat.
Während der Okkupation waren die Thermen unter der Militärverwaltung, nach dem Krieg aber einige Zeit unter der Verwaltung der Jugoslawischen Volksarmee JLA, danach kamen sie in Zivilhände.
Nach dem zweiten Weltkrieg erweiterte sich die Kurtätigkeit und wurde massenhaft. Wenn im Jahr 1870 1000 Gäste vermerkt wurden, wurden 100 Jahre später –  1970 – schon 8392 vermerkt. Wegen des rapiden Wachstums des Kurortes wurde 1979 zwischen der Siedlung dem Thermalkomplex ein neues, modernes Hotel mit einem thermalen Schwimmbecken, Gesundheitszentrum, Restaurant, Kaffeehaus und anderen Räumen gebaut. Danach kamen noch mehrere Gäste.

(aus den Büchern von Ivan Stopar, Dobrna, Motovun 1986; Dobrna, vom Bischof A.M.Slomšek bis zum Papst Janeza Pavel II. In Slowenien, Pfarramt Dobrna 1996; Ivan Stopar, Therme Dobrna, Kulturministerium 1995; Ivan Stopar, Dobrna, Heft aus der Führersammlung kultureller und natürlicher Denkmäler Sloweniens, ausgegeben vom Institut der RS für den Schutz der kulturellen und natürlichen Erbschaft in Ljubljana)    

ALTE NOTIZEN 

Wer gesehen hat, wie gestärkt, verjüngt die schwachen Greise sind und frohsinnig das Schwimmbad verlassen, der wird die Wirkung des Brunnens sicher schätzen.
Dr. Wagner, der kirchliche Ratsmitglied und Stabarzt berichtet: Ich sah einen einundfünfzig Jahre alten Pfarrer, der in die Krapina Thermen ging und ihm Hände, Füße und der Mund sehr zitterten, so dass er sehr undeutlich sprach. Nach 5 Minuten kaltem Bad, wurden seine Glieder so krumm, dass man ihn zwei Tage aus dem Bad tragen musste, den vierten Tag konnte er ein wenig schon selber gehen, nach drei Wochen verlies er die Therme geheilt.
Ein vierzig Jahre alter Bauer wurde in einer Schlägerei auf den Boden geschlagen. Seine linke Seite war ganz gelähmt, er hatte auf dem Kopf drei Löcher. Die Ärzte haben ihn vier Wochen ohne Erfolg geheilt, dann kam er in den Kurort. Hier hat man seine Wunden trotz Schmerzen 12 bis 20-Mal mit Mineralwasser gespült und dabei neun Knochenstücke entfernt. Nach sieben Wochen war er völlig gesund.
Fremde Dienstmädchen können Frühstück und Mahlzeit auf dem dazu bestimmten Teil des Feuerherdes für Kaffee kochen, der Gast besorgt aber selbst das Brennholz. Das Brennholz kostet 9 Kronen.
Das Mittagsessen ist möglich nur in der Form tables d’hotel (gemeinsames Tisch) für 40 Kr., 30. in 20 Kr. Die erste Tafel ist in dem Kursaal, die andere im Erdgeschoßsalon. In den Zimmern werden die Preise tables d’hotel nicht nach Portionen, sondern der Anzahl der Personen gezählt.
Fremde Pfleger dürfen nur im Schwimmbad für Fremde baden und zahlen nur die Hälfte.
Die Musikgebühr, die voriges Jahr eingeführt wurde, beträgt 45 Kronen pro Person. Kinder, unter 12 Jahre und Diener brauchen keine Gebühr zahlen.
Der Omnibus, der jeden Tag um 3h mittags aus Celje und um 8.00 früh aus Celje fährt, kostet aus Celje 40 kr. Pro Person und aus Dobrna nach Celje 30 Kronen pro Tag. Er fährt auch Briefe.
Im Thermalbecken oder in der Galerie darf keiner rauchen oder sich schnell bewegen, vor allem nicht schwimmen, tauchen oder ins Wasser springen, denn man muss auf die Gäste und alle andere Leidendgefährte achten.

Im Kursaal, wo auch ein Klavier, Zeitschriften und ein Gästebuch sind, ist das Rauchen verboten. Die Direktion bittet, dass Zeitschriften nicht ausgetragen werden.
Der Kurgast muss auf sich aufpassen und darf keine Exzesse machen. Er muss alles berücksichtigen, was ihm nutzt und alles vermeiden, was ihm schadet, vor allem soll er sich vor Erkältung und nassen Füßen bewahren.
Das Herumsitzen in den Zimmern wegen der langwierigen Toilette oder Unbehagen, war einer der Fehler der Damen in Dobrna und konnte nur mit großer Anstrengung behoben werden.
Das gleiche gilt auch für die Diät. Zu voller Magen ist für jeden Kurgast unzulässig.

(Aus dem Thermenführer von Dr. Kottowitz aus dem Jahr 1850)